Strategy (MicroStrategy) hat heute bekräftigt, dass es seine 6 Milliarden Dollar Schulden vollständig decken kann, selbst wenn Bitcoin um 88% auf 8.000 Dollar fällt. Die größere Frage ist jedoch, was passiert, wenn der Bitcoin-Preis unter diese Marke fällt?
Der Beitrag des Unternehmens hebt seine 49,3 Milliarden Dollar Bitcoin-Reserven (bei 69.000 Dollar/BTC) und gestaffelte Wandelanleihen-Fälligkeiten bis 2032 hervor, die darauf ausgelegt sind, eine sofortige Liquidation zu vermeiden.
Nur wenige Tage nach seinem Ergebnisgespräch hat Strategy zum zweiten Mal den möglichen Bitcoin-Preis von 8.000 Dollar bekräftigt und was in einem solchen Fall mit dem Unternehmen passieren würde.
Auf den ersten Blick signalisiert die Ankündigung Widerstandsfähigkeit angesichts extremer Marktvolatilität. Ein tieferer Einblick zeigt jedoch, dass 8.000 Dollar eher ein theoretischer „Stressboden" als ein echter Schutz vor finanziellen Gefahren sein könnte.
Bei 8.000 Dollar entsprechen die Vermögenswerte von Strategy seinen Verbindlichkeiten. Das Eigenkapital ist technisch gesehen null, aber das Unternehmen kann seine Schuldenverpflichtungen weiterhin erfüllen, ohne Bitcoin zu verkaufen.
Wandelanleihen bleiben bedienbar, und gestaffelte Fälligkeiten verschaffen dem Management Spielraum. Der CEO des Unternehmens, Phong Le, betonte kürzlich, dass selbst ein 90%iger Rückgang von BTC sich über mehrere Jahre erstrecken würde, was dem Unternehmen Zeit gibt, sich umzustrukturieren, neues Eigenkapital auszugeben oder Schulden zu refinanzieren.
Doch unter dieser Hauptzahl verbirgt sich ein Netzwerk finanzieller Belastungen, die sich schnell verschärfen könnten, wenn Bitcoin weiter fällt.
Die ersten Risse zeigen sich bei etwa 7.000 Dollar. Besicherte Kredite, die durch BTC-Sicherheiten gedeckt sind, verletzen Beleihungsauslauf (LTV)-Vereinbarungen und lösen Forderungen nach zusätzlichen Sicherheiten oder Teilrückzahlung aus.
Wenn die Märkte illiquide sind, könnte Strategy gezwungen sein, Bitcoin zu verkaufen, um Kreditgeber zu befriedigen. Diese reflexive Schleife könnte die BTC-Preise weiter drücken.
Zu diesem Zeitpunkt ist das Unternehmen technisch noch solvent, aber jeder erzwungene Verkauf verstärkt das Marktrisiko und erhöht das Gespenst einer Hebelabwicklung.
Ein weiterer Rückgang auf 6.000 Dollar verwandelt das Szenario. Die Gesamtvermögenswerte fallen deutlich unter die Gesamtverschuldung, und unbesicherte Anleihegläubiger müssen mit wahrscheinlichen Verlusten rechnen.
Eigenkapitalinhaber würden eine extreme Kompression erleben, wobei sich der Wert wie eine tief aus dem Geld liegende Call-Option auf eine BTC-Erholung verhält.
Eine Umstrukturierung wird wahrscheinlich, selbst wenn der Betrieb fortgesetzt wird. Das Management könnte Strategien einsetzen wie:
Ein Rückgang unter 5.000 Dollar überschreitet eine Schwelle, bei der besicherte Kreditgeber möglicherweise eine Sicherheitenliquidation erzwingen. In Kombination mit geringer Liquidität des Marktes könnte dies kaskadierende BTC-Ausverkäufe und systemische Welleneffekte auslösen.
In diesem Szenario:
Die entscheidende Erkenntnis ist, dass 8.000 Dollar keine binäre Todeslinie ist. Das Überleben hängt ab von:
Strategy ist ein bedeutender BTC-Besitzer. Erzwungene Liquidationen oder Margin-getriebene Verkäufe könnten sich auf breitere Kryptomärkte auswirken und ETFs, Miner und gehebelte Trader beeinträchtigen.
Selbst wenn Strategy überlebt, sind Eigenkapitalinhaber mit übergroßer Marktvolatilität konfrontiert, und die Marktstimmung könnte sich in Erwartung von Stressereignissen stark verschieben.
Obwohl die heutige Erklärung von Strategy das Vertrauen und die Bilanzplanung des Unternehmens suggeriert, definiert unter 8.000 Dollar das Zusammenspiel von Hebel, Covenants und Liquidität die echte Überlebenslinie jenseits des Preises allein.


