Der Beitrag Raoul Pal erklärt, warum der Kryptomarkt trotz des jüngsten Abschwungs nicht kaputt ist erschien zuerst auf Coinpedia Fintech News
Der anhaltende Krypto-Ausverkauf hat das Vertrauen der Anleger erschüttert, aber der Makro-Investor Raoul Pal glaubt, dass die Erzählung, Krypto sei „kaputt", zutiefst fehlerhaft ist. Laut Pal hat der aktuelle Abschwung wenig mit kryptospezifischen Problemen zu tun und alles mit einer schweren Liquiditätskrise in den Vereinigten Staaten, die durch wiederholte Regierungsstillstände und umfassendere strukturelle Abflüsse im Finanzsystem ausgelöst wurde.
In einem kürzlichen X-Beitrag erklärte der Gründer von Global Macro Investor, dass die Märkte in diesem Zyklus eigentlich steigen sollten, aber US-Liquiditätsbeschränkungen sie zurückhalten. Pal verwies auf zwei US-Regierungsstillstände als großen Schock für die Liquidität, kombiniert mit Problemen in dem, was er als „US-Infrastruktur" bezeichnete. Bemerkenswerterweise wurde der Abfluss der Reverse-Repo-Fazilität weitgehend im Jahr 2024 abgeschlossen, wodurch eine wichtige Quelle überschüssiger Liquidität entfernt wurde, die zuvor Risikoanlagen unterstützt hatte.
Der jüngste Stillstand begann letzten Freitag, obwohl der Senat eine Finanzierungsvereinbarung erreicht hatte. Da das Repräsentantenhaus erst später in dieser Woche wieder tagt, verschärften sich die Liquiditätsbedingungen weiter und schufen das, was Pal als vorübergehendes „Luftloch" für die Märkte beschrieb. Dennoch bleibt er optimistisch, dass der Stillstand bald gelöst werden könnte, wodurch das letzte große Hindernis für die Rückkehr der Liquidität beseitigt würde.
Pal wies auch wachsende Bedenken um den ehemaligen Gouverneur der Federal Reserve, Kevin Warsh, zurück, der als nächster Fed-Vorsitzender nominiert wurde. Einige Marktteilnehmer haben Warsh als restriktiv bezeichnet, was darauf hindeutet, dass Zinssenkungen verzögert oder ganz vermieden werden könnten. Pal nannte diese Erzählung „grundlos" und argumentierte, dass Warshs Mandat mit einem Greenspan-Stil-Spielbuch übereinstimmt.
Laut Pal wird erwartet, dass Warsh die Zinsen senkt und sich weitgehend zurückhält, während Finanzbehörden und Banken die Liquidität vorantreiben. Er betonte, dass eine Bilanzstraffung aufgrund bestehender Reservebeschränkungen unwahrscheinlich ist, und warnte davor, dass aggressive Schritte die Kreditmärkte destabilisieren könnten.
Während Makrodruck dominiert, bleibt Bitcoin kurzfristig unter Druck. BTC ist weitere 2% gefallen und wird zum Redaktionsschluss nahe 76.000 $ gehandelt, was eine scharfe Umkehr der Aufwärtsdynamik darstellt, die Anfang dieses Monats zu sehen war. Starke Spot-Bitcoin-ETF-Abflüsse haben die Schwäche verstärkt.
Allein in den letzten zwei Wochen verzeichneten Spot-BTC-ETFs etwa 2,8 Milliarden $ an Nettoabflüssen, was den Januar zu einem der schlechtesten Monate für institutionelle Verkäufe macht. Das verwaltete Gesamtvermögen über Bitcoin-ETFs ist nun um etwa 31% von seinem Oktober-Höhepunkt gefallen, was die Stimmung im breiteren Kryptomarkt nach unten zieht.
Trotz der brutalen Preisentwicklung endete Pal auf einer bullischen Note. Er glaubt, dass die Kräfte, die die Liquidität unterdrücken, fast erschöpft sind und dass die Märkte sich einem Wendepunkt nähern. Seiner Ansicht nach ist Zeit, nicht kurzfristige Preisbewegungen, am wichtigsten beim Investieren über den gesamten Zyklus. Wenn die Liquidität wie erwartet wieder zu fließen beginnt, sieht Pal die Grundlage für eine starke Bullische Phase bis 2026 gelegt.
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Liquiditätsbeschränkungen können die Kreditbedingungen für Banken, Unternehmen und Investoren verschärfen und den Handel und die Investitionen über Aktien, Anleihen und Rohstoffe hinweg verlangsamen. Geringe Liquidität kann auch die Marktvolatilität erhöhen, wodurch es schwieriger wird, große Geschäfte auszuführen, ohne die Preise erheblich zu bewegen.
Längere oder wiederholte Stillstände könnten die Liquidität weiter einschränken und die Erholung sowohl auf traditionellen als auch auf Kryptomärkten verzögern. Sie könnten auch das Vertrauen der Anleger untergraben, Kapitalzuflüsse verlangsamen und vorübergehende Marktverschiebungen schaffen.
Hedgefonds, institutionelle Investoren und gehebelte Händler sind besonders exponiert, da sie auf zugängliches Kapital angewiesen sind, um Positionen zu halten und Margin-Anforderungen zu erfüllen. Privatanleger können indirekte Auswirkungen durch erhöhte Volatilität und breitere Spreads auf Krypto- und Aktienmärkten spüren.


